Als Außenseiter in die 1. Bundesliga

Die Luftpistolenmannschaft der SG Glattbach hat den Relegationsplatz als wichtigstes Ziel

Als klarer Außenseiter startet die Luftpistolenmannschaft der SG Glattbach an diesem Wochenende in ihrer Premierensaison in der 1. Bundesliga Süd. „Angst haben wir auf keinen Fall die Vorfreude ist groß bei allen“, versichert Kimberly Höfler, Trainerin des Teams, und bleibt zugleich realistisch. Ziel sei, in die Relegation zu kommen.
Während einige der Konkurrenten auf Weltcup erfahrene ausländische Schützen zählen können, gehen die Glattbacher mit einem lokal dominierten Kader ins Rennen. „Da ist teils der schlechteste Schütze im Kader noch besser als unser bester“, gibt sich Höfler keinen Illusionen hin. Es werde auch 0:5-Ergebnisse geben. „Für uns ist jeder errungene Punkt ein Erfolg.“ Und so ist ihre größte Sorge, dass die Euphorie im eigenen Team etwas leiden könnte, wenn die Mannschaft mit der Realität konfrontiert wird. Dann werden auch ihre Motivationskünste gefragt sein.

Kader fast gleich geblieben

So gesehen, ist es von Vorteil, dass die SG Glattbach im Grunde mit dem gleichen Kader wie in der vorigen Saison ins Abenteuer 1. Bundesliga geht. Das war auch nach dem Erfolg in den Aufstiegswettkämpfen bereits angekündigt worden. Den Kern des Teams bilden Leon Kunkel (374 Ringe in der Setzliste), Mathias Ruckerbauer (368), Martin Meister (367), Katharina Junker (364), Sebastian Hartig (360) und Carolin Drawert (363), deren Name nur neu erscheint, weil sie nach der Heirat ihren Geburtsnamen Schiller abgelegt hat.
Weil eine bestimmte Zahl an Bundesliga-Lizenzen für jede Mannschaft frei ist, hat Trainerin Höfler auch schon weitere Ersatzkandidaten in die Liste aufgenommen: Ludwig Hock (359) sowie die 2025 zur SG Glattbach gewechselten Christian Geyer (362) und Sebastian Milleder. Beide schossen bislang in der in der Unterfrankenliga beheimaten zweiten Mannschaft der SG. Geyer einmal aber auch bei einem Zweitliga-Wettkampf.
Zum Auftakt reisen die Glattbacher in den Kreis Fürth, wo auf der 10-Meter-Schießanlage in Veitsbronn am Samstag um 16.30 Uhr die FSG Kempten der erste Gegner ist. Tags darauf treten fünf SG-Schützen gegen das Quintett des ESV Weil am Rhein an. Im stark besetzten Kader der Kemptener steht übrigens ein alter bekannter der Glattbacher: Ralf Behl, der bei Meisterschaften noch für die SG antritt.
Ebenfalls im Kader: Georgios Gampierakis, EM-Vierter in diesem Jahr. Kaum leichter dürfte die Aufgabe gegen den Zweiten der vorigen Saison aus Weil sein: Dort stehen mit Oleg Omelchuk und Viktor Bankin zwei international erfahrene Ukrainer im Kader sowie mit Michael Schwald ein bei Europameisterschaften erfolgreicher Schütze.
Gerade die Begegnung mit hochkarätigen Schützen sei aber ein Reiz an der Bundesliga, sagt Höfler, die hofft, dass ihre Schützinnen und Schützen die besondere Atmosphäre in Deutschlands höchster Liga „aufsaugen und genießen“ können.

Ein zweiter Außenseiter

Und vielleicht auch einen Sieg einfahren. Denn mit dem SV Willmandingen gibt es diese Saison einen weiteren großen Außenseiter in der 1. Liga. Dieses Team hatte Glattbach in der Aufstiegsrunde hinter sich gelassen. Da aber SV Waldkirch seine Mannschaft abmeldete, war ein weiterer Platz im Oberhaus frei. Nun sehen sich die Kontrahenten wieder und haben das gleiche Ziel: mindestens Platz elf unter zwölf Teams. Damit wäre die Relegation gesichert. Noch besser wäre Rang zehn, dann wäre sogar der Klassenerhalt perfekt.
Wer sich ein Bild von der Luftpistolen-Bundesliga machen will, sollte sich den 14. November vormerken. Dann richtet die SG Glattbach ihren Heimwettkampf in der Turnhalle des TV Glattbach aus.

Quelle: Main-Echo vom 7.10.2026