69. Gauschützentag als Delegiertenversammlung im Schützengau Main-Spessart

Zum 69. Gauschützentag trafen sich die Delegierten der Gauvereine auf dem Gelände vom Schützenverein St. Sebastianus Aschaffenburg – Schweinheim e.V. Nach Begrüßung durch den 1. Schützenmeister Werner Schreck vom gastgebenden Verein fand die Übergabe der Gaufahne vom Kleinkaliberschützenverein 1930 Kleinostheim an den ausrichtenden Verein St. Sebastianus Aschaffenburg – Schweinheim e.V. statt.

1. Gauschützenmeister Reinhold Köppel begrüßte die Delegierten und Abgesandten aus den Gauvereinen, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg Jürgen Herzing, den 1. Bezirksschützenmeister Mathias Dörrie, den Bezirksehrenschützenmeister Siegfried Schmitt und den 1. Landesschützenmeister Christian Kühn.

1. Landesschützenmeister Christian Kühn vom Bayerischen Sportschützenbund berichtete, dass die Corona-Pandemie ihre Spuren auch bei den bayerischen Schützen hinterlässt: Im vergangenen Jahr zählten die 4600 Schützenvereine im Freistaat rund 6000 Mitglieder weniger. Dazu meldeten 550 Vereine einen Schaden in Höhe von über 2,6 Millionen Euro.

Der BSSB habe darauf gedrungen, die Erhöhung der Vereinspauschale sowohl für 2020, als auch 2021 durchzusetzen. Weitere finanzielle Hilfen für die Vereine seien unter anderem die Überbrückungshilfe III des Bundes und das bayerische Sonderförderprogramm für den Bau vereinseigener Schießstätten.

Seinen Worten zufolge habe die Pandemie das Sport- und Vereinsleben komplett verändert. Ein Neustart wird nicht einfach. Helfen könnte dazu der digitale Bereich, der inzwischen mit neuen Angeboten verbessert worden sei und die vom BSSB vorgelegten Hygienekonzepte für den Trainingsbetrieb.

In Bezug auf die aktuellen Entwicklungen im Waffenrecht wies Kühn darauf hin, dass das Problem die illegalen Waffenbesitzer sind. Unsere Schützen sind transparent. Eine kürzlich initiierte Verschärfung, unter anderem mit Regelabfragen zu eventuellen psychischen Störungen, sei Dank des Einsatzes von Bundestagsabgeordneten vom Tisch. Allen voran nannte er dabei die Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz aus Goldbach.

MdB Lindholz übermittelte dieses Mal schriftliche Grüße zum Gauschützentag, denn pandemiebedingt war seitens der Kommunalpolitik nur Aschaffenburgs Oberbürgermeister Jürgen Herzing eingeladen. Dieser war das erste Mal seit seiner Wahl dabei und wünscht persönlich allen Schützenvereinen in Stadt und Land Aschaffenburg, dass sie diese schwierige Zeit gut meistern und sich wieder das volle Vereinsleben entfaltet.

Der erste Bezirksschützenmeister Mathias Dörrie berichtete, dass durch die Pandemie rund 1000 Mitglieder im Bezirk »verloren gegangen« seien. Die Nachwuchsarbeit sei daher umso wichtiger.

1. Gauschützenmeister Reinhold Köppel, hob in seinem Rechenschaftsbericht hervor, dass es deshalb weitere Vergünstigungen für Schüler, Jugendliche und Junioren geben werde. Zur weiteren Unterstützung der Vereine sei die Gauumlage für 2021 ausgesetzt worden.

Sein Jahresrückblick war heuer denkbar kurz: Am 7. März 2020 habe in Kleinostheim noch der 68. Gauschützentag stattgefunden. »Eine Woche später kam Corona und alle Aktivitäten mussten eingestellt werden«, so Köppel. Die Mitgliederzahlen seien auch im Gau von 4360 in 2019 auf 4273 zum 31. Dezember 2020 zurückgegangen. Es seien aber schon wieder neue Mitglieder dazu gekommen. Erfreulich ist für ihn weiterhin die Tatsache, dass mit 1016 Damen, nur 10 weniger als im Vorjahr, zu vermelden sind. Damit sind 23,7 % der Mitglieder weiblich. Bei der Schützenjugend musste man ein minus, von 72 Mitgliedern verkraftet werden, mit 823 und einem Anteil an der Gesamtmitgliederzahl von 19,3 % sei dieser aber immer noch recht hoch. Herzlich bedankte er sich bei allen, die über die Vereinsebene hinaus sich bei uns im Schützengau zum Wohle aller engagieren. Nur durch ihren unermüdlichen Einsatz sind die angebotenen Serviceleistungen möglich. Insbesondere würdigte er seinen Stellvertreter Roland Rettinger der nun mit ihm zusammen schon 25 Jahre im Amt ist.

Der erste Gausportleiter Volker Rühle berichtete, dass die im ersten Lockdown erstellten Hygienekonzepte, dazu geführt haben, dass die Rundenwettkämpfe beendet werden konnten. Die Gaumeisterschaften seien früh gestartet, so dass einige Disziplinen »komplett durchgebracht« werden konnten. »Von Anfang November bis diesen Sommer war dann Feierabend«, sagte er.

Nach aktuellem Stand sollen 2022 sowohl Gau- als auch Bezirksmeisterschaften stattfinden.

Nach dem Kassenbericht von Schatzmeisterin Anja Bürki, der offenbarte, dass der der Gau keine finanziellen Probleme hat, bescheinigte Kassenprüfer Markus Emmerich der Schatzmeisterin eine ordnungsgemäße Kassenführung und empfahl der Gauversammlung ihre Entlastung und die der gesamten Gauvorstandschaft. Diesem Antrag wurde einstimmig entsprochen.

Nachdem es unter dem Punkt Anträge keine Meldungen gab, nutzte man den letzten Punkt der Tagesordnung um Ehrungen vorzunehmen.

Vom BSSB geehrt wurden 1. Gauschützenmeister Reinhold Köppel und dessen Stellvertreter Roland Rettinger für jeweils 25 Amtsjahre: Köppel erhielt die goldene Medaille am grünen Bande und Rettinger das große Ehrenzeichen in Silber. Beide traten in dieser Formation 1996 gemeinsam an und gemeinsam werden sie auch aufhören: Sie gaben bekannt, dass sie bei den Neuwahlen im April 2022 nicht mehr antreten.

Für den 1. Gauschützenmeister gab es noch weitere Ehrungen. Stellvtr. Gauschützenmeister Roland Rettinger, 1. Bezirksehrenschützenmeister Mathias Dörrie und Bezirksehrenschützenmeister Siegfried Schmitt, hoben In ihrer jeweiligen Laudatio die menschlichen und fachlichen Qualifikationen von Reinhold Köppel hervor und ließen in Kurzform die wichtigsten Highlights der 25 Jahre seiner Amtszeit Revue passieren und übergaben Ehrengaben und Urkunden.

Terminvorschau
Der Gaukönigsball, ist für Samstag, 30. Oktober, in der Mehrzweckhalle in Obernau geplant.

Der 70. Gauschützentag mit Neuwahl und Jubiläumsfeier zum 70-jährigen Bestehen des Gaus Main-
Spessart wird am 9. und 10. April 2022 in der Aschaffenburger Stadthalle stattfinden

 

Übergabe der Gaufahne vom Kleinkaliber-Schützenverein Kleinostheim an den Schützenverein St. Sebastianus Schweinheim (von links): 1. Gauschützenmeister Reinhold Köppel, Florian Villmow (Jugendleiter Kleinostheim), Werner Schreck (1. Schützenmeister Schweinheim) und Joachim Jud (1. Fähnrich Schweinheim). Foto: Marion Stahl

-->

Ehrungsbilder

Von links: 1. Bezirksschützenmeister Mathias Dörrie, 1. Gauschützenmeister Reinhold Köppel und 1. Landesschützenmeister Christian Kühn.


Von links: 1. Bezirksschützenmeister Mathias Dörrie, stellvertr. Gauschützenmeister Roland Rettinger und 1. Landesschützenmeister Christian Kühn.
Ehrungsfotos und Text
Roland Rettinger
Stellvertr. Gauschützenmeister